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Forderungen des RCDS-Bundesvorsitzenden Gottfried Ludewig

Der Vorstand des RCDS Bonn hat sich nach eingehender Beratung und reiflicher Überlegung entschlossen, sich nicht nur von der Forderung des RCDS Bundesvorsitzenden, Gottfried Ludewig, nach einem doppelten Wahlrecht für Leistungsträger zu distanzieren, sondern auch dessen Rücktritt zu fordern.

Ludewigs Vorschlag

Die inhaltliche Forderung nach einem doppelten Wahlrecht für Leistungsträger hält der RCDS Bonn weder mit Grundgesetz noch mit den Grundwerten des RCDS vereinbar. Diese mit dem RCDS nicht abgestimmte Forderung macht eine weitere, notwendige Diskussion über die ursprüngliche Intention leider unmöglich.

Der Alleingang des Bundesvorsitzenden, den er bis heute dem Verband gegenüber nicht gerechtfertigt hat, hat dem RCDS im Ganzen geschadet. Obwohl nach den ersten Veröffentlichungen in der Presse die RCDS-interne Diskussion ein eindeutiges, ablehnendes Meinungsbild der RCDS Mitglieder gezeigt hat, ist Gottfried von seiner Forderung nicht abgerückt oder hat sich dem Verband gegenüber erklärt. Im Gegenteil: In der TV Talkrunde “Anne Will” hat er sich persönlich, den RCDS Bundesverband und damit jedes einzelne Mitglied lächerlich gemacht. Er hat damit jegliche Reputation des RCDS verspielt. Aus diesem bewussten Verhalten, nein es ist kein Fehler, muss Gottfried nun die Konsequenzen ziehen. Um weiteren Schaden vom RCDS fernzuhalten, muss er sein Amt als Bundesvorsitzender niederlegen.


In einem Schreiben an die Vorsitzenden der CDU-Vereinigungen fordert der Bundesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten, Gottfried Ludewig, ein 2-Klassen-Wahlsystem mit doppeltem Stimmrecht für „Leistungsträger“.

Die RCDS Gruppen Bonn und Bochum distanzieren sich klar von diesen indiskutablen Aussagen und verurteilen diese verfassungsfeindlichen Aussagen des RCDS Bundesvorsitzenden auf Schärfste. Was Ludewig fordert ist nicht mehr und nicht weniger als die Etablierung eines Klassenwahlsystems und die Abschaffung der im Grundgesetz garantierten „Gleichheit der Menschen vor dem Gesetz“ sowie des „Rechts auf allgemeine, freie, GLEICHE und geheime Wahl“.

Verständlich ist das Bestreben, die Leistungsträger der Gesellschaft zu motivieren und zu fördern. Aber waren die heutigen Rentner nicht lange Jahre selbst die Leistungsträger, die Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut und es zu der Wirtschaftsnation gemacht haben, die es heute ist?

Ebenso indiskutabel ist die Abwertung von Arbeitslosen bei Wahlen. Wie viele Arbeitslose würden nur zu gern endlich (wieder) eine Arbeit aufnehmen? Menschen, die nach vielen Jahren ihren Job verloren haben oder Jugendliche, die nie einen Ausbildungsplatz erhalten haben.

Wenn wir, wenn Deutschland auch in Zukunft eine wirtschaftlich starke Nation sein möchten, müssen wir einen Weg finden, die demographischen und sozialen Probleme in unserem Land zu lösen. Das steht außer Frage. Dabei dürfen wir aber keinesfalls unsere urdemokratischen Grundsätze aufgeben. Einer der elementaren Grundsätze christdemokratischer Politik ist die Erkenntnis, dass die Menschen unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen, aber gleich an Rechten sind. Dies gilt insbesondere für das Wahlrecht aller deutschen Staatsbürger.

Als Teil der christdemokratischen Basis entschuldigen wir uns daher bei allen Rentnern und Arbeitslosen für diese Ausfälle und fordern Gottfried Ludewig auf, sich von seinen Aussagen zu distanzieren.

4 Reaktionen zu “Forderungen des RCDS-Bundesvorsitzenden Gottfried Ludewig”

  1. Karsten Seckendorf

    Wie kommen Sie auf das dünne Brett, dass sich Herr Ludewig von seinen Verbalausfällen distanzieren soll? Er “doktoriert” gerade. Das was er fordert war kein Ulk, keine Schnapsidee und auch kein Testballon. Das war eine absolut durchdachte und bewusste Aussage.
    Diese Ausfälle, die nicht zu Unrecht in die Nähe von faschistischen Denkweisen gebracht werden, sind von einem Mann mit seinen Ambitionen und Höhenflügen nicht zu tolerieren.
    Wo die Grenze zur Menschenverachtung deutlich überschritten wird, darf es keine Verharmlosung geben.
    Herr Ludewig hat nicht nur dem RCDS einen nicht wieder gutzumachenden Schaden zugefügt, sondern auch der TU Berlin (ist diese Einrichtung auf dem Weg zu einer faschistischen Kaderschmiede) und der CDU.
    Sein Vorschlag ist nicht nur unchristlich, er ist vollkommen gottlos.
    Und als Landesvorsitzender der Jungen Union (CDU – Jugendorganisation), besudelt er ganz kräftig das C von dieser grossen Volkspartei.
    Ich möchte aber auch nicht verschweigen, dass es unerträglich ist, dass man seinen üblen Thesen noch in den Medien ein Podest bereitet.
    Dürfen demnächst Auschwitzleugner etc. “nur mal so zur Diskussionsbereicherung” ein Podest in den Medien finden? Und dann noch in dem aus Steuergeldern und GEZ-Gebühren finanziertem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk?
    Der Fall Ludewig sollte endlich mal einen Ruck durch dieses Land bringen. Es ist allerhöchste Zeit, dass man diese in meinen Augen eingeschlichene Rechtsextrenmetoleranz bzw. -ignoranz erkennt und unterbindet.

  2. jochen

    der rcds münster sollte sich an euch ein beispiel nehmen. doch während überall ein schrei des entsetzens durch die hochschulen geht, tut der rcds hier so, als hätte es die menschenverachtenden ausfälle des landesvorsitzenden nicht gegeben.

  3. jochen

    bitte um korrektur: bundes- statt landesvorsitzender. sorry!

  4. Johannes Klaus Bittner M.A.

    Es sei darauf darauf hingewiesen, dass die Forderung nach Zensuswahlrecht mit faschistischer Ideologie nicht viel zu tun hat. Dazu reicht alleine der Blick zu wikipedia, aus dem studentisches Allgemeinwissen sich bekanntlich nährt.

    Eher wird somit das bürgerliche Subjekt – das aus dem ökonomischen bourgeois und dem politischen citoyen besteht – im Falle der unverschuldeten Überflüssigkeit in der Krise (=Arbeitslosigkeit) in seinen politischen Möglichkeiten für die Partizipation an der nationalen Austarierung und Bewältigung der Warenproduktion zu sorgen, beschnitten. Das ist eine sehr beschissene Ausgangsbasis für die allgemeine Emanzipation von Staat und Kapital und sorgt – um es in der Sprache des Positivisten zu sagen – nicht gerade für Stabilität.

    Sicherlich würde das Zensuswahlrecht – offen gesagt – andererseits ganze Dorf- und Stadtruinen der Möglichkeit berauben, durch Land- und Bundestagswahlen ihr Verständnis von Gemeinschaftssinn durch ihre NPD-Büttel in bisher verschonte Landstriche weiterzutragen.

    Das Geld, das der Staat der NPD bisher zwecks Wahlkampfkostenerstattung, Abgeordnetenmittel etc. geben musste, kann ja Migranten, Liberalen, Kommunisten und anderen Antifas als Umzugsbeihilfe in zivilisiertere Orte ausgezahlt werden.

    In tiefster Verbundenheit,
    Johannes Klaus Bittner M.A.

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